Mit den geleisteten Unterschriften haben die Befürworter des Erhalts jetzt der Stadtverwaltung gegenüber ihre Forderung, "den Schellenturm fachgerecht sanieren zu lassen, damit dieser als Aussichtsturm erhalten bleibt" deutlich gemacht.
Die Unterschriftenliste der Initiative “Rettet den Schellenturm" übergab Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) im Beisein von Hans-Werner Lange (CDU), Peter Middel (Kur- und Verkehrsverein), Renate Ortlepp (Heimatbund) und dem Holzhäuser Heimatforscher Karl Frye Ebenfalls anwesend war der Stadtforstamtsleiter Robert Puls.
Da die fachgerechte Sanierung lt. einem Gutachten das Stadtsäckel mit 120.000 Euro belasten würde, standen Bürgermeister und Verwaltung dem Erhalt des im Jahre 1824 erbauten Schellenturmes nicht gerade aufgeschlossen gegenüber und stuften das Bauwerk als unbedeutend und für Bad Pyrmont nicht attraktiv ein.
Ganz anders sieht es das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege. Dieses fordert die Stadt Bad Pyrmont auf, den Schellenturm in die Denkmalliste aufzunehmen, da es sich hier um ein zu schützendes Bauwerk handelt. “Wir haben hier ein für Niedersachsen frühes Beispiel eines Aussichtsturms und somit ein kulturgeschichtliches Zeugnis der Naturbegeisterung in der Zeit der Romantik", so Dr. Kimpflinger.
Auf dem vom Heimatbund eingerichteten Konto sind bisher von Privatleuten 4.500 Euro eingegangen. Mit der Anschubfinanzierung von 10.000 Euro durch die Stadtsparkasse Bad Pyrmont sind inzwischen 14.500 Euro auf dem Konto. Die Stadt Bad Pyrmont muss endlich grünes Licht für den Erhalt des Turmes geben, dann sind die Bürger auch weiterhin bereit zu spenden, so Patzig-Bunzel. Spendquittungen werden auf Wunsch vom Heimatbund ausgestellt. Bei der Übergabe der Listen erklärte Bürgermeister Demuth, auch er würde sich über den Erhalt des Schellenturms freuen, aber alle wissen, wie schlecht es um den Haushalt der Stadt bestellt sei.
Bad Pyrmont, 2. Dezember 2005
Der vom Verfall bedrohte Schellenturm bleibt der Kurstadt weiterhin als Ausflugsziel erhalten. Dr. Kimpflinger vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege machte deutlich, daß es nur noch eine formelle Angelegenheit sei, den 1824 aus den Resten der Schellenburg erbauten Aussichtsturm in die Liste der zu schützenden Bauwerke aufzunehmen. Der Schellenturm, als ältester Aussichtsturm in Niedersachsen, muß unter Schutz gestellt werden, um den nachfolgenden Generationen als Anschauungsmaterial erhalten zu bleiben. Die Abstimmung für die Aufnahme in die Denkmalliste fiel im Forstausschuss einstimmig aus.
Damit bestehen berechtigte Hoffnungen, für eine Sanierung öffentliche Fördergelder zu bekommen, betonte Dr. Wolfgang Kimpflinger auf Anfrage von Bürgermeister Klaus-Henning Demuth (CDU). Fördermittel können beantragt werden beim Land sowie bei der Stiftung Deutsche Denkmalpflege. Sogar EU-Fördermittel können beantragt werden erklärte Dr. Kimpflinger, Gebietsreferent beim Landesamt für Denkmalpflege. Der einstimmige Auftrag des Forstausschusses an die Verwaltung war, ent-sprechende Förderanträge schnellstmöglich auf den Weg zu bringen, in der Hoffnung mit den Sanierungsarbeiten im kommenden Frühjahr zu beginnen.
In welcher Höhe diese Gelder fließen werden, ist jedoch noch unklar. Bürgermeister Demuth und Stadtkämmerer Weber machten beide nochmals deutlich, daß angesichts der defizitären Haushaltslage in Bad Pyrmont für diese Maßnahme kein Geld zur Verfügung stehe.
Jürgen Harney, Fachgebietsleiter im Pyrmonter Baudezernat, bezifferte die erforderlichen Sanierungskosten auf 120 000 Euro. Das Fugenmaterial zwischen Innen- und Außenschicht muß ausgewechselt, der Turm von einer Fachfirma eingerüstet, die Turmplattform abgedichtet und eine Wasserableitung geschaffen werden. Zu der Sanierung gehört auch, dass die Schalen der Innen-und Außenhaut zusammenwachsen und die Hohlräume verpresst werden. Nach dieser "Komplettsanierung" wird der Schellenturm dann für die nächsten 50 Jahre wieder Standfestigkeit haben, betonte Harney.
Dr. Kimpflinger setzte sich vor dem Ausschuss dafür ein, die Anlage um den Turm herum freizuschneiden, denn der Schellenturm sei nicht nur ein Aussichts-, sondern auch ein Ansichtsturm und hatte in früheren Zeiten die Funktion einer "Landmarke", d.h. er war weithin sichtbar. Und da dies nach Aussagen des Forstamtsleiters Robert Puls mit wenigen Handgriffen zu bewerkstelligen sei, beschloss der Ausschuss ebenfalls einstimmig, dieses Vorhaben baldmöglichst in die Tat umzusetzen.
Bad Pyrmont, den 5. Dezember 2005
Der Schellenturm befindet sich in keinem guten Zustand. Das Pyrmonter
Ausflugsziel steht zwar jetzt unter Denkmalschutz, doch damit allein ist die
Zukunft des Bauwerkes noch nicht gesichert. Die erforderlichen 120.000 Euro
Sanierungskosten
müssen aufgebracht werden. Angesichts der defizitären Haushaltslage ist die
Stadt Bad Pyrmont nicht in der Lage, hier Gelder bereitzustellen. Zwar hat
die Verwaltung in der Forstausschuss-Sitzung den Auftrag erhalten,
entsprechende Fördergelder zu beantragen. Aber über die Höhe der zu
erwartenden Gelder kann noch keine Aussage getroffen werden.
Und da es für die Sanierung des Schellenturms auf jeden Euro ankommt, hat die Initiative "Rettet den Schellenturm" in Absprache mit dem Heimatbund einen Aufkleber herausgebracht, der auf das Spendenkonto bei der Stadtsparkasse (Kto.-Nr. 402 115) und die eigens eingerichtete Internetadresse (www.Rettet-den-Schellenturm.de) verweist.
Jetzt muß der Schellenturm erstmal den Winter ohne größere Schäden überstehen. Und es sollte auch geprüft werden, ob die fachgerechte Sanierung nicht preiswerter zu machen ist. Aber das Wichtigste: Es müssen weiterhin Spenden eingehen. Jeder, der daran interessiert ist, den Schellenturm zu erhalten, wird gebeten, die Sanierung durch eine Spende zu unterstützen. Auch kleine Spenden sind herzlich willkommen.
Bad Pyrmont, den 7. Dezember 2005